Oberliga Württemberg, 6. Runde, 09.02.2014:
SK Schmiden/Cannstatt 1 – SG Schwäbisch Gmünd 1 5,5 : 2,5
Die Gmünder müssen in dieser Saison den Abgang ihres Spitzenspielers Frank Zeller nach Schwäbisch Hall verkraften und befinden sich im Abstiegskampf. Wir waren favorisiert, vor allem an den hinteren Brettern wiesen wir die deutlich besseren Wertungszahlen auf.
Christian Thoma sorgte für die schnelle Führung, er überspielte seinen Gegner schon in der Eröffnung und führte die Partie zügig zum Sieg. Interessant verlief die Eröffnungsphase an den Brettern 5 und 8, in den Partien
Andreas Hönick (Schw. Gmünd) – Steffen Eisele (Schmiden) und
Martin Krockenberger (Schmiden) – Walter Pohl (Schw. Gmünd)
stand über viele Züge die gleiche, eher ungewöhnliche Eröffnungsvariante auf dem Brett. Es war schon fast eine Stunde der Spielzeit vorüber, ehe der erste abweichende Zug ausgeführt wurde. Bald zeigte sich, dass die Position für Schwarz unangenehm zu spielen war. So kam Martin schnell durch ein Qualitätsopfer zu entscheidenden Königsangriff und verbuchte unseren zweiten Punkt. Steffen verteidigte sich besser, nach Ungenauigkeiten des Weißen erhielt er Gegenspiel und der Ausgang der Partie war offen.
Nach 3 Spielstunden waren weitere 3 Partien beendet: Am Spitzenbrett musste sich Oliver Niklasch geschlagen geben. Mein Gegenüber verbrauchte frühzeitig einen Großteil seiner Bedenkzeit, nach rund 20 Zügen waren nur noch wenige Minuten (plus 30 Sekunden Zeitzugabe pro Zug) verblieben und ihm unterlief der entscheidende Fehler. Mathias Holzhäuer widerlegte die originelle, aber vermutlich nicht wirklich gute Spielanlage seines Gegners und brachte uns 4:1 in Führung.
In Steffen Eiseles Partie war mittlerweile ein ausgeglichenes Bauernendspiel entstanden, das Remis sicherte den Mannschaftssieg. Anschließend gab Mark Trachtmann nach einem Einsteller in schwieriger Lage auf, während Thilo Kabisch bei langsam knapp werdender Bedenkzeit seines Gegners in Vorteil kam und die Partie gewann.
Im Spitzenspiel besiegten heute die Stuttgarter Schachfreunde den bisherigen Tabellenführer Bebenhausen überraschend deutlich mit 6,5:1,5. Dabei kam auf Stuttgarter Seite der kurzfristig nachgemeldete Li Chao (aktuell Elo 2697, Nr. 54 der Weltrangliste) zum Einsatz. Dadurch sind wir auf Platz 2 der Tabelle vorgerückt. Für uns könnte es ein Endspiel um die Tabellenspitze am letzten Spieltag gegen die Schachfreunde geben – aber eins nach dem anderen, zunächst stehen die Begegnungen gegen Deizisau und Pfullingen an.
Markus Löhr
