A-Klasse Stuttgart-Ost, 4. Runde am 11.12.2011:
SV Fellbach 1928 I – SK Schmiden/Cannstatt 1880 III 4½ : 3½
Fellbach I konnte heute davon profitieren, dass bei uns die ersten 3 Mannschaften gleichzeitig auflaufen mussten. Das wechselhaft kalte Wetter – da hat man schnell einen viralen Infekt eingefangen – insgesamt fielen 4 Spieler aus. Da die II. sich bereit erklärte in Leinfelden zu siebt anzutreten, brauchten wir gegen die Erste aus Fellbach „nur“ 3 Ersatzspieler. Fellbach I musste nur einen Stammspieler zu ersetzen und tat dies sogar mit einem
Spieler, der mehr DWZ hatte, als der Abwesende – wer so aus dem vollen schöpfen kann.
Unter diesen Umständen wäre man in Schmiden mit einem 4:4 zufrieden gewesen, ein Ergebnis, mit dem Fellbach auch hätte bestens leben können. Wir setzten uns aber alle ans Brett und begannen die Klingen zu kreuzen. Brett 3 bis 5 hatte zunächst keinen Fellbacher Gegner. Diese trafen so nach und nach ein. Zu dieser Zeit hatten sich an den letzten beiden Brettern die Partien schon voll entfaltet und das nicht zu unserem Nachteil! Die Augen waren natürlich auf Alexander Trachtmann, Brett 8, gerichtet, der zum ersten mal in der A-Klasse spielte und die Partie gegen den erfahrenen Fellbacher Jugendleiter ausgeglichen hielt. Beim Übergang ins Endspiel, sah es für den Fellbacher günstiger aus, aber Alexander konterte, wandelte als erstes einen Bauern um und konnte mit Dauerschach eine Bauernumwandlung bei seinem Gegner verhindern. Um 11Uhr: ½ : ½
20 Minuten später hatte Stephan an Brett 4 in einer dynamischen Partie auch gute Züge für seinen Gegner gesehen. Dieser spielte aber weniger stark und bot remis. Stephan nahm dies wegen seiner angeschlagenen Gesundheit dankbar an, obwohl er sich unmittelbar hätte einen Mehrbauern sichern können. Auch am ersten Brett war die Partie immer ausgeglichen, keiner machte Fehler oder wollte ein großes Risiko eingehen. So bot
Eberhard seinem Gegner remis an, was dieser akzeptierte.
An Brett 7 lief eine sehr schnelle Partie bei der Stefan Stampfer sich deutlichen Vorteil erkämpfte. Mit seinem Läuferpaar hatte er den gegnerischen König voll im Visier, aber nach Abtausch blieb immer noch ein Bauernvorteil – in dieser Situation bot Stefan remis und sein jugendlicher Gegner sah das nicht anders. Am dritten Brett hatte es Thomas mit einem Studenten zu tun, den er schon aus der Jugendarbeit bei Fellbach kannte. Obwohl von der Spielstärke klar favorisiert, ließ der Fellbacher gute Möglichkeiten aus und bot
remis – danach klärte sich noch, dass auch Gabriel Zeyer gesundheitlich angeschlagen war und unter seinen Möglichkeiten spielte. Die Fellbacher hatte es also auch teilweise erwischt! 5 Bretter remis bis dahin, 2½ : 2½
Wiederum 20 Minuten später, also um 12:05 Uhr bot Eriks Gegner zum zweiten mal remis. Erik hatte gerade im Endspiel (Turm + Leichtfigur + Bauern auf beiden Flügeln) seinen Mehrbauern eingebüßt. Der Mannschaftsführer Schmidens riet zum remis, da sich mittlerweile gegnerische Siege an Brett 6 und an Brett 2 deutlich abzeichneten und der Mannschaftskampf als verloren angesehen werden musste – der Traum von einem 4 : 4 war geplatzt! Nur ungern willigte Erik ein, er hätte gerne weitergespielt – auch mit dem Risiko, das Ding noch zu verlieren.
Keine Chance hatte Nico gegen den deutlich (DWZ!) stärkeren Gegner aus Fellbach, der ihn von Anfang an unter Druck setzte, die Rochade verhinderte, trotzdem einen Bauern gewann, seinen d-Bauern bis nach d6 vorbrachte und letztlich eine unausweichliche Mattdrohung in der e-Linie aufbaute.
Die Niederlage – eines Erstatzspielers(!!) – an Brett 6 half letzten Endes an Brett 2 zu einem Unentschieden. Wolfgang hatte es mit dem Fellbacher Jurij zu tun, der sehr unberechenbar spielt, aber dieses mal keinen schlechten Tag erwischte. Der Druck des Fellbacher gegen Wolfgangs Königsstellung war enorm. Allerdings ließ Wolfgang keine Schwindelchance aus und sein Gegner musste einige male länger nachdenken. So wurde sein wiederholtes Remisangebot in schlechterer Stellung angesichts des gesicherten Fellbacher Mannschaftssieges akzeptiert.
Fazit des Spieltages: 4 Ausfälle wegstecken, wenn alle Mannschaften gleichzeitig spielen ist nicht einfach. Chancen gegen Fellbach gab es durchaus. An den Brettern 3, 7 und 8 endete die Partie zwar remis, aber die Vorteile waren auf Schmidener Seite gegeben. Unabhängig davon: Fellbach muss noch gegen Oeffingen und Backnang spielen und wir können immer noch über den 2. Platz den Aufstieg in die Kreisklasse schaffen.
Thomas Awiszus, 11.12.2011
