Oberliga Württemberg, 9. Runde, 06.04.2014:
Stuttgarter Schachfreunde 1 – SK Schmiden/Cannstatt 1 3 : 5
Nun ist uns doch gelungen, was nach der Niederlage in Bebenhausen (3. Runde) in weiter Ferne schien: der Aufstieg in die 2. Schachbundesliga. Gegen die Stuttgarter Schachfreunde gelang nach hartem Kampf der benötigte Sieg. Die Gastgeber traten ohne den Weltklassemann Li Chao an, und so war es ein Kräftemessen auf Augenhöhe.
Am Spitzenbrett einigten sich Oliver Niklasch und Petar Benkovic relativ schnell auf ein Remis. Auch Mathias Holzhäuers Partie endete friedlich – zwei Punkteteilungen, mit denen wir gut leben konnten. Martin Krockenberger brachte uns dann in Führung. Er reagierte gut auf die zweischneidige Eröffnung des Stuttgarters und gewann die Partie souverän. In den noch laufenden 5 Begegnungen stieg nun die Spannung. Die Bedenkzeit wurde langsam knapp, die Zuschauerzahl stieg auf für Oberligaverhältnisse ungewöhnlich hohe Werte – und es wurde nicht zuletzt durch den knarzenden Boden immer lauter. Die Schiedsrichterin verwies daraufhin unter Androhung eines Spielabbruchs alle Zuschauer des Raumes.
In der Zwischenzeit hatte Steffen Eisele eine Gewinnstellung gegen Gerhard Lorscheid erreicht, die er zum Sieg führte. Dabei hatte Steffen zwischenzeitig ein Remisangebot abgelehnt, ebenso wie Christian Thoma am Nebenbrett. Christian erging es jedoch schlechter, er wurde überspielt und musste seine einzige Niederlage in dieser Saison einstecken. In meiner Partie war das Gleichgewicht lange Zeit nicht entscheidend gestört, kurz nach der Zeitkontrolle im 40. Zug konnte ich aber die geschwächten Felder um den gegnerischen König zum siegbringenden Materialgewinn nutzen. Thilo Kabisch spielte die vielleicht entscheidende Partie des Mannschaftskampfs. Er hatte eine schlechtere Stellung zu verteidigen und musste einen Bauern geben. Aber wie gewohnt kämpfte er, seinem Gegner Andreas Strunski unterlief dann der partieentscheidende Schnitzer. In der längsten Partie des Tages musste sich anschließend Mark Trachtmann geschlagen geben.
Den Aufstieg haben wir einer geschlossenen Mannschaftsleistung zu verdanken. Die vorderen Bretter hielten gegen starke Gegnerschaft gut dagegen, weiter hinten punkteten wir kräftig. Was uns nächste Saison in der 2. Liga erwartet, ist auch klar: Ein fast aussichtsloser Abstiegskampf (3 von 10 Mannschaften müssen wieder den Weg nach unten antreten). Die Konkurrenten werden dann teilweise mit Halbprofis besetzte Teams sein – aber wir freuen uns wieder einmal auf die Herausforderung.
Markus Löhr
